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„Zu Gast in Freiberg - Steine erzählen von ihren Bewohnern und Gästen“ –- großer Anklang zum Tag der Steine in der Stadt

Fast ausschließlich aus sächsischem Marmor und Dekorstein ist die Grablege der Wettiner im Freiberger Dom gestaltet (Bild links), die in der zweiten Hälfte des 16. Jahrhunderts Anlass zu einer umfangreichen Erkundung nach einheimischen Natursteinen gab, die den vergleichsweise teuren italienischen Marmor ersetzen sollte. – Damals lagen die Verhältnisse noch umgekehrt.

Im anschließenden Stadtrundgang wurden die zahlreichen Freiberger und auch von fern her gereisten Gäste, die trotz des widrigen Wetters den Weg nicht scheuten, zu den Wirkungs- und Handlungsstätten auch der vielen montanwissenschaftlichen Größen der Stadt und ihrer Bergakademie geführt. Höhepunkte waren die frühromanische Goldene Pforte aus überwiegend Schönaer und Grillenburger Sandstein aus der ersten Blütezeit des freiberger Silberbergbaus als Spiegelbild der Bedeutung des Ortes in der frühen Markgrafschaft Meißen.

Die zahlreichen Denkmäler und gründerzeitlichen Fassadengestaltungen aus Elbsandstein, Rochlitzer Porphyrtuff, oder Zöblitzer Granatserpentinit, hinter denen Größen wie Silbermann, Gellert, Lampadius oder Mohs wirkten, reflektierten die Bereicherung an Naturstein, die Freiberg neben seinen weithin dominierenden Gneis und Rhyolithen (Wegebau) erfuhr. Im Wellenspiel des Pflastersteingefüges am Obermarkt spiegelt sich dieser wechselvolle Lauf der Geschichte Freibergs in den „Steinen in der Stadt“ wider und lädt zu einer nächsten Runde im neuen Jahr. Dann laden die Veranstalter des Geokompetenzzentrum Freiberg e.V. zu den „Türen zu Freibergs Häusern“ zur Erkundung der Geschichte der Steine in der Stadt ein.

 

 

Bild 1: Eine gründerzeitliche „Werbetafel“ aus Zöblitzer Granatserpentinit

 Bild 2: Heinrich Douffet vorm Haupteingang der Bergakademie Freiberg und des Mineralogischen Instituts (1914-1917) mit Eingang aus Cottaer Sandstein.

Bild 3: Blick auf das Renaissancegebäude des Stadthauses II am Heubnerplatz, von wo aus Richard Wagner in den Wirren der Revolutionsjahre 1849 die Flucht nach Weimar gelang.

Bild 4 Grabmal Abraham Gottlob Werners (Crottendorfer Marmor ?), dem "Vater der Mineralogie"

 

 
Hintergrund:

Die von Professor Johannes Schröder von der TU Berlin angestoßene Netzwerkinitiative Steine in der Stadt hat sich zu einem lebendigen Verbund von Industrie, Forschung, Fachbehörden und Vereinen entwickelt, die jede auf Ihre Art und Weise auf den bau- und kunsthistorischen Wert des Baumaterials "Naturstein" aufmerksam machen.

Auch Freiberg ist jedes Jahr mit einem umfassenden Programm vertreten.