Dr. Hoheisel und Heitmann vom Mitausrichter Sächsischen Bergarchiv umrissen den (geschichtlichen) Spannungsbogen von "Bergbau contra Natur pro Bergbau" anhand zahlreicher Dokumente aus dem Archiv und begrüßten die Ausformung des Kooperationsvertrages mit dem Geokompetenzzentrum.
In den Fachvorträgen wurde zunächst in den aktuellen Stand der molekularbiologischen Forschung und Verfahrensentwicklungen zur Detektion und Quantifizierung mikrobieller Stoffwechseltypen eingeführt (Prof. Dr. M. Schlömann, TUBAF), die die Grundlagen für die Wertstoffgewinnung und Reststoffabbau bilden. Eindrucksvoll führte Dr. Schippers von der Bundesanstalt für Geowissenschaften und Rohstoffe Hannover weltweite Aktivitäten des Biominings vor und drückte seine Hoffnung aus, dass sich dieses wichtige Thema im GKZ-Netzwerk im Raum der Freiberger Montanwissenschaften etablieren kann. Hierzu will sein Haus enger mit dem Verein kooperieren.
Die hochinteressanten Fachvorträge von Mitgliedsunternehmen und Partnern des GKZ unterstrichen das Potenzial dieser jungen Wissenschaft. Der Tagungsort Schloss Freudenstein, Heimstätte der weltgrößten Mineraliensammlung und Domizil des Sächsischen Bergarchivs, sorgte für die stimmungsvolle Atmosphäre dieser ersten Tagung, die kommendes Jahr fortgesetzt werden wird.
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Die Kurzfassungen der Vorträge finden Sie hier.
Hintergrund: Mikroorganismen spielen eine bedeutende Rolle in den natürlichen Stoffkreisläufen. So können sie auf die Bildung und Migration von Lagerstätten einen großen Einfluss haben. Diese Veranstaltung soll deshalb die vielfältigen Wechselbeziehungen zwischen Mikroorganismen und Rohstoffen sowie in bergbauspezifischen Ökosystemen zeigen, die durch die Geomikrobiologie erfasst und analysiert werden und in der Geobiotechnologie die Grundlagen für eine effiziente Sanierung im Umweltschutz und gesteigerte Exploitation im Bergbau bilden
Bergbau wird bereits seit Jahrtausenden betrieben. Der Gedanke, den Bergbau nicht nur als reine Rohstoffgewinnung zu betrachten, sondern auch als wichtiges Element der Landschafts- und Lebensraumgestaltung, hat sich in Mitteleuropa aber erst in den letzten Jahrzehnten durchgesetzt. Die Folgen des Bergbaus haben nicht selten ähnliche Wirkungen wie der Bergbau selber: Sie sind eine Aufgabe für Generationen und führen zu technischer Innovation. Wo früher Bergbau die Natur zerstörte, hilft nunmehr die Natur dem Bergbau. Natur ist „Geobiotechnologie heute“.
