INNOVATIVES NETZWERK FÜR WELTWEITES WIRKEN

GKZ setzt capacity-building Sachsen-Mosambik über ein Lern- und Trainingsprogramm im Bereich Bergbausicherheit fort

 

Finanziert wird das Pilotvorhaben aus Mitteln des Sächsischen Staatsministeriums für Wirtschaft, Arbeit und Verkehr (SMWA) und des Bundesministeriums für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ). Das Bund-Länder-Programm verfolgt das Ziel, die Kompetenzen und Erfahrungen der Bundesländer – hier speziell von Sachsen – besser für die Entwicklungspolitik zu nutzen. Dadurch soll die Wirksamkeit der deutschen Entwicklungszusammenarbeit gesteigert, aber auch die internationalen wirtschaftlichen Beziehungen der Bundesländer weiter ausgebaut und vertieft werden. Sachsen geht hier mit Mozambik ins Rennen, einem Partnerland aus DDR Zeiten mit früheren Studenten, die heute Entscheidungsträger sind.

Im Mittelpunk der ersten Bildungs- und Trainingseinheit des Kooperationsprojektes Bund-Länder-Programm Sachsen-Mosambik stand die Havarieprophylaxe und –abwehr. Der GKZ verfügt durch seine Mitglieder und Kooperationspartner über ein breites Spektrum von spezifischem Wissen auf diesem Gebiet. Aufgeteilt in drei Module über einen Zeitraum von Juli bis November 2016 vermittelten verschiedene Trainer und Fachexperten aus dem GKZ-Mitgliederbereich und von Kooperationspartnern ihr Wissen an Führungskräfte und Multiplikatoren des mosambikanischen Bergbauministeriums und der Generalinspektion Bergbau.

 

Zum individuellen Bildungs- und Trainingsprogramm gehörten über- und untertägige Befahrungen, praktische Übungen zur Gefahren- und Risikobewertung sowie –abwehr, Seminare zu Arbeitsschutz und –sicherheit oder zum Aufbau einer Grubenwehr. Es wurden aber auch Austausch und Begegnungen mit GKZ-Mitgliedern und den mosambikanischen Jung-Studenten, für die das GKZ die Patenschaft übernommen hat, organisiert.

Das Programm präsentierte sich dicht gedrängt und forderte von den mosambikanischen Teilnehmern viel Disziplin und Konzentration. Diese erste Bildungseinheit zur Havarieprohylaxe und –abwehr absolvierten der Leiter der Generalinspektion Bergbau, Herr Obete Matine, und dessen Abteilungsleiter für mineralische Rohstoffe, Herr Jorge Salazar sowie Herr Rui Da Silva.

Die wichtigsten Lern- und Trainingsergebnisse wurden im Rahmen der jährlichen Tagung der mosambikanischen Bergbauinspektoren in Maputo im November 2016 durch die Lehrgangs-Teilnehmer sowie einigen GKZ-Fachexperten präsentiert. Dies versinnbildlicht ein weiteres Ziel des Bund-Länder-Programms: Die in Sachsen gewonnenen Erkenntnisse sollen kurzfristig in den weiteren Aufbau und die Qualifizierung der Mitarbeiter/innen der Generalinspektion Bergbau Mosambiks und ihren zehn Provinzinspektionen einfließen. Mittelfristig sind der Aufbau eigener, bergbausicherheitsspezifischer Weiterbildungseinrichtungen und Rettungsstellen in Mosambik geplant.

Die pilothafte Projektinitiative im Bund-Länder-Programm baut auf der langjährigen und seit 2012 wieder neu belebten Zusammenarbeit Sachsens mit Mosambik, z.B. in der Studentenausbildung und der Weiterentwicklung und Qualifizierung der mosambikanischen Bergbauverwaltung, auf, an der auch das sächsische Wirtschaftsministerium und das GKZ maßgeblich beteiligt waren. Konkret werden mit dem Projekt die im Jahr 2014 im Rahmen des EZ-Programms „Verbesserung der Rohstoffgovernance in Mosambik“ im Auftrag der GIZ in Mosambik begonnenen Unterstützungsmaßnahmen aufgegriffen und fortgesetzt. So konnte beispielsweise in den vergangenen Jahren die Generalinspektion Bergbau in Mosambik mit sächsischer Expertise erfolgreich neustrukturiert werden. Sie folgt nunmehr in ihrem Aufbau und Abläufen den Strukturen des Sächsischen Oberbergamtes. Dies ist eine wichtige Voraussetzung für die weiteren vorgesehenen Kooperationsmaßnahmen.

Die Mitglieder des GKZ sind als Bergleute und Ingenieure in Mosambik als faire Partner geschätzt. Das Projektbeispiel zeigt, dass deutsches und hier sächsisches Know-how in der Rohstoffgewinnung international gefragt ist.

Eine Fortführung des sächsisch-mosambikanischen Bund-Länder-Programms ist daher geplant. Als mögliche Inhalte für ein Folgeprojekt wurden u.a. die Erhöhung der Bergbausicherheit, die weitere Qualifizierung von Bergbauinspektoren z. B. im Bereich Sprengwesen sowie der Aufbau einer Hauptstelle für das Grubenrettungs- und Gasschutzwesen in Mosambik genannt. Das SMWA prüft derzeit die Möglichkeiten zur Fortsetzung des Projekts.

Damit werden Fach- und Managementkompetenzen in der mosambikanischen Bergbauverwaltung folgerichtig weiterentwickelt, die Kooperation mit sächsischen Unternehmen und Fachnetzwerken gestärkt und dadurch die Bergbausicherheit in Mosambik insgesamt verbessert.

Umgesetzt wurde das aktuelle Projekt mit Unterstützung des Landesbüros der Deutschen Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit (GIZ) GmbH in Dresden.

 

Kontakt:

Hilke Domsch

Tel.: 03731-773715