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Markt und Mittelstand / Innovation in der Erdwärmenutzung

Sächsischer Geothermietag in Chemnitz weist neue Wege

 In Zusammenarbeit mit der Industrie- und Handelskammer Südwestsachsen richtete sich der Sächsische Geothermietag dieses Jahr besonders an die Gewerbetreibenden und Dienstleister, die von dem sich rasant entwickelnden Umfeld der Erdwärmeerschließung und -nutzung profitieren wollen, aber auch durch den rasanten Preisanstieg für Energie und Rohstoffe besonders betroffen sind und daher nach Alternativen zu Heizen und Kühlen suchen.

Im anspruchsvollen Ambiente des Art Deco **** Hotel Chemnitzer Hof verfolgten an die 160 Teilnehmer und 12 Aussteller die Beiträge zu "Markt und Mittelstand Innovation in der Erdwärmenutzung" sowie im Block "Heizen und Kühlen mit Erdwärme im Gewerbebau". Damit knüpfte diese dritte Veranstaltung des Sächsischen Geothermietages erfolgreich an die vergangenen in Freiberg und Mittweida an.

In seiner Begrüßung und Einleitung in die Thematik wies Vorstand des GKZ und Geschäftsführer der IHK Südwestsachsen, Herr Dr.-Ing. Goedecke, auf die Problematik anhaltender Energie- und Rohstoffpreise hin und unterstrich den Nutzen den hier die oberflächennahe Erdwärmegewinnung mit einer ausgereiften Technologie bereithält. Leider würden Vermarktung und Ausrichtung der Fördermittelfonds dieser noch nicht annähernd hinreichend ausgeschöpften Energiequelle gerecht. Insbesondere spiele der Wärmemarkt in der Förderpolitik gegenüber dem Strommarkt eine untergeordnete Rolle. Für den Privathaushalt und die vorwiegend in KMU organisierte mittelständische Wirtschaft des Freistaates Sachsen sei aber gerade der Wärmemarkt der entscheidende Kostenfaktor.

Geschäftsführer IHK Südwestsachsen und Vorstand des GKZ Dr. Goedecke bei seiner Eröffnungsrede zum Thema Energiesicherung Vollbesetzter Tagungssaal im Chemnitzer Hof mit Referenten Dr. Schramedei, Stadtwerke Düsseldorf / Geothermische Vereinigung und Hr. Schgeiner, ZVB, sowie Dr. Kühne, DBI-GTI, (vlnr) im Vordergrund.

In den nachfolgenden Redebeiträgen informierten Vertreter aus der Wirtschaft, Verbandswesen und öffentlicher Einrichtungen über Qualitätssicherung in der Entwicklung geothermischer Anlagen, dem Erzielen höherer energetischer Wirkungsgrade in der Verknüpfung mit fossilen Energieträgern und über neue Trends und Geschäftsfeldentwicklungen im Contracting.

Von seiten des Zentralverbandes des Deutschen Baugewerbes kritisierte Dipl.-Ing. Schgeiner die stark regionale Behandlung des Themas Geothermie, wie sie sich auch in der Vielzahl der auf Länderebene erschienenen Leitfäden zur oberflächennahen Geothermie widerspiegele. Die starke Nachfrage nach Bohrkapazitäten hat leider nicht zu mehr Wettbewerb sondern im Zuge ihrer Verknappung zu kräftigen Preisanstiegen geführt. Zudem fehle es an qualifiziertem Personal, wie Schgeiner es am Beispiel der Qualifizierung von Bohrgeräteführern deutlich machte. Es besteht großer Handlungsbedarf, so der Geschäftsführer der Bundesfachgruppe Brunnenbau, Spezialtiefbau und Geotechnik im Zentralverband des Deutschen Baugewerbes, zumal die Gewährleistungsgarantien erst in den nächsten Jahren Qualitätsmängel offenbaren würden. Damit generiere sich zugleich ein großes Potenzial für Dienstleister im Umfeld des technischen Consulting zur Planung und Prüfung von geothermischen Anlagen.

Angeregte Gespräche während der Pausen im Ausstellerfoyer Erdwärmekorb der Fa. Betatherm auf dem Stand der HTI Dinger & Hortmann AG

Herr Dr. Schramedei von der Stadtwerke Düsseldorf AG unterstrich diesen hohen Anspruch an Qualitätssicherung in dem nunmehr vor allem auf größere Gewerbe sich ausdehnenden Contracting-Markt. Hierin spielten komplexe geothermische Anlagen zu Heiz- und Kühlzwecken eine immer größere Rolle. Mit Spannung wurden die ersten Messwertanalysen zum Erdwärmekorb vom Gründer und Gesellschafter des Produzenten, Betatherm, erwartet. Erste langfristige Messreihen lassen auf weitere Potenziale und Anwendungen schließen.

Die Anforderungen zur Standortbewertung für größer dimensionierte Erdwärmeanlagen und die daraus sich ergebenen Handlungsfelder für junge Ingenieurbüros zeigten Marcus Hochstein von der TU Bergakademie Freiberg und Rüdiger Grimm, Geschäftsführer der Firma geoENERGIEkonzept GmbH in Freiberg an mehreren Beispielen auf. Der hohe Anteil an Consultern unter den Teilnehmern unterstrich das hohe Interesse gerade an dieser Geschäftsfeldentwicklung, wovon auch zahlreiche Stände von Herstellern und Dienstleistern in den Pausen eindrucksvoll vermittelten. Mit Modellbeispielen aus der energetischen Nutzung von Grundwasser, die international vermarktet werden können, wartete Dr. Leibenath von der Umweltbüro Vogtland GmbH auf. Welches Potenzial schließlich noch in naher und ferner Zukunft aus der Forschung und Wissenschaft heraus geschöpft werden kann, dazu informierte der Arbeitsgruppenleiter Geothermie des GKZ, Professor Wagner vor allem in Hinblick auf das Direktverdampferverfahren.

Arbeitsgruppenleiter Geothermie des GKZ, Prof. Dr. Wagner, in der Moderation Aufmerksames Auditorium beim Vortrag von Herrn Grimm, geoENERGIEkonzept

Schlußlicht dieses informativen Tages in Chemnitz war Dipl.-Ing. Lutz Lochau von Junkers Deutschland, der eine verbesserte Software-Version zur Unterstützung der Anlagenplanung für den Heizungsbauer vorstellte, und damit bereits Interessenten aus dem Auditorium ganz praktische Hilfestellungen vermittelte.

Dr. Leibenath, Umweltbüro Vogtland GmbH bei seinem Fachvortrag Ausstellerfoyer im Tagungshotel Chemnitzer Hof

Finden Sie unter folgendem Link das Programm der Veranstaltung als pdf-Datei zum Download: