Das Projekt umfasst die Erarbeitung der Projektmethodik, die Methodik der Datenerfassung und Datenhaltung sowie die Methodik der Höffigkeitsbewertung für eine Neubewertung des einheimischen Rohstoffpotenzials.
Hintergrund: Mit der Entwicklung der globalen Rohstoffmärkte sind wirksame Maßnahmen zur Sicherung einer nachhaltigen Rohstoffversorgung von existentieller Bedeutung für den Industriestandort Sachsen. Dabei geht es nicht nur um den diskriminierungsfreien Zugang zu den internationalen Rohstoffmärkten, sondern auch um die bestmögliche Nutzung einheimischer Rohstoffpotentiale.
Sachsen hat frühzeitig auf diese Entwicklungen reagiert: Die Sichtung, Erfassung und Bewertung von Spat- und Erzvorkommen im Freistaat Sachsen wurde 2006 durch den GKZ Freiberg e. V. im Auftrag des Sächsischen Staatsministeriums für Wirtschaft und Arbeit in einer ersten Bearbeitungsetappe (ROHSA 1) mit der Bearbeitung von ausgewählten Vorkommenssteckbriefen begonnen. Die Arbeiten wurden 2008 mit dem Erstellen eines 139 Rohstoffvorkommen umfassenden Katasters abgeschlossen (ROHSA2). Auf dieser Grundlage konnte der GKZ Freiberg e.V. im Rahmen des EU Ziel3 Programms ein Grenzüberschreitendes Rohstoffkataster Sachsen-Böhmen (ROHSAB) mit acht ausgewählten Spat- und Erzvorkommen erarbeiten, das Ende Oktober 2011 abgeschlossen sein wird.
Neben den Preisentwicklungen sind es vor allem neue Technologien und Produkte, die wachsenden Bedarf an bisher weitgehend unbeachteten Metallen erzeugen (z.B. Dünnschichttechnologien, LED-Technik, Elektroautos erfordern Gallium, Neodym, Indium, Lithium u. a. seltene Metalle). Gerade für diese strategischen Metalle zukünftiger deutscher/sächsischer Hochtechnologien-Fertigungen werden in den Polymetalllagerstätten Sachsens und ggf. sogar in den Halden des Altbergbaus wirtschaftlich gewinnbare Ressourcen vermutet.
Um dieses Potential schnell und umfassend exakt beschreiben und erkunden zu können, ist es zwingend, die vor 1990 für das Gebiet des Freistaates von sehr unterschiedlichen Akteuren ermittelten umfangreichen geologischen, mineralogischen, geophysikalischen und geochemischen Daten zu sichten und komplex zu erfassen. Da dieses wertvolle Material breit gestreut ist, sehr unterschiedlich dokumentiert ist und noch nie methodisch einheitlich zusammengefasst wurde, können daraus gegenwärtig nicht die o.g. dringend benötigten Informationen und Erkenntnisse für die Beurteilung der sächsischen Rohstoffvorkommen gewonnen werden. Im Gegenteil, es besteht die akute Gefahr, dass wertvolle Datenbestände unwiederbringlich verloren gehen.
Die in der Vergangenheit (d.h. vor 1990) mehrfach ausgeführten Höffigkeitsbewertungen setzten Schwerpunkte auf die Zentren des Bergbaus. Dabei kamen geologisches Expertenwissen und die zum Prognosezeitpunkt jeweils nutzbaren mathematischen und technischen Hilfsmittel zum Einsatz. Genutzt und bewertet wurden jeweils nur die Daten der bearbeitenden Institutionen. Verknüpfungen mit Daten anderer Betriebe und Einrichtungen waren inhaltlich und methodisch schwierig und außerdem in der Regel aus Geheimhaltungsgründen unerwünscht bzw. verboten. Im geplanten Projekt ROHSA 3 sollen diese Mängel durch das Zusammenführen aller relevanten Daten beseitigt und neue innovative Interpretationsverfahren angewendet werden. Das Gesamtprojekt ROHSA 3 hat das Hauptziel, eine neue „Höffigkeitsbewertung metallischer und nichtmetallischer Rohstoffe (ROHSA 3)“ für den Freistaat Sachsen zu ermöglichen.

